Eignungsvoraussetzungen gemäß § 91 Schulgesetz:

Zur Schulleiterin oder zum Schulleiter wird nur bestellt, wer über die Ausbildung für das Lehramt hinausgehende Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat, die für die Leitung einer Schule erforderlich sind. Dies sind insbesondere

  • Führungskompetenz,
  • Teamfähigkeit,
  • Konfliktfähigkeit,
  • Innovationsfähigkeit,
  • Organisationskompetenz sowie
  • die Fähigkeit und Bereitschaft, mit schulischen wie außerschulischen Gremien zusammenzuarbeiten und schulische Aufgaben im Kontext bildungs-, sozial- und gesellschaftspolitischer Entwicklungen wahrzunehmen.

Die Eignung kann auch im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen oder besonderen Auswahlverfahren nachgewiesen werden.

Bewerberinnen und Bewerber sollen sich insbesondere an einer anderen Schule, an anderen Bildungseinrichtungen, in der Verwaltung oder in der Wirtschaft bewährt haben und nicht aus der betreffenden Schule kommen. Ausnahmen können insbesondere zugelassen werden, wenn die fachliche Aufgabenstellung der Schule dies erfordert.

Das Findungsverfahren gemäß §§ 92 und 94 Schulgesetz für eine Grundschule:

Die Besetzung von Schulleitungsstellen wird von der Schulbehörde grundsätzlich – Ausnahme siehe unten – durch ein Findungsverfahren vorbereitet. Neu zu besetzende Schulleitungsstellen werden dazu unverzüglich ausgeschrieben. Die Durchführung des Findungsverfahrens obliegt dem Findungsausschuss. Die zuständige Behörde legt dem Findungsausschuss die Bewerbungsunterlagen und die aktuellen dienstlichen Beurteilungen der Bewerberinnen und Bewerber vor.

Der Findungsausschuss schlägt der zuständigen Behörde die Bewerberin oder den Bewerber, die oder den er für am besten geeignet hält. In begründeten Ausnahmefällen können zwei Vorschläge erfolgen. Wenn der Findungsausschuss nicht innerhalb von zwei Monaten seit seiner ersten Sitzung zu einem Vorschlag kommt, entscheidet die Schulbehörde unmittelbar.

Die Lehrerkonferenz und der Elternrat erhalten Gelegenheit, innerhalb von drei Wochen eine Stellungnahme zum Vorschlag des Findungsausschusses abzugeben; sie können die vorgeschlagene Person anhören.

Die zuständige Behörde entscheidet unter Einbeziehung dieser Stellungnahmen und wählt die am besten geeignete Bewerberin oder den am besten geeigneten Bewerber aus.

Der Findungsausschuss

Der Findungsausschuss besteht aus

  1. einer Vertreterin oder einem Vertreter der Schulbehörde (als Vorsitzende oder Vorsitzender),
  2. einer von der Schulbehörde berufenen Schulleiterin oder einem von der Schulbehörde berufenen Schulleiter einer anderen Schule,
  3. einem von der Schulbehörde berufenen, nicht dieser Behörde angehörenden Mitglied,
  4. einem von der Schulkonferenz aus ihrer Mitte gewählten Mitglied aus der Gruppe der Eltern,
  5. einem von der Lehrerkonferenz aus ihrer Mitte gewählten Mitglied und
  6. einem Mitglied des für die Schule zuständigen Personalrats (mit beratender Stimme).

Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden.

Benennen die Schulkonferenz, die Lehrerkonferenz oder der Personalrat nicht innerhalb von vier Wochen nach entsprechender Aufforderung durch die Vorsitzende oder den Vorsitzenden ihre Vertreterinnen oder Vertreter oder bleiben diese trotz ordnungsgemäßer Einladung der Sitzung fern, so entscheiden die Vorsitzende oder der Vorsitzende und die erschienenen Mitglieder allein.

Die Vorsitzende oder der Vorsitzende lädt zu den Sitzungen mit einer Frist von wenigstens einer Woche ein.

Vorläufige und endgültige Einsetzung gemäß § 94 Schulgesetz

Die Schulbehörde setzt die am besten geeignete Bewerberin oder den am besten geeigneten Bewerberfür eine Bewährungszeit von zwölf Monaten vorläufig als Schulleiterin oder Schulleiter ein; die Bewährungszeit kann verkürzt werden. Soll die Bewährungszeit mehr als zwölf Monate betragen, ist dies besonders zu begründen.

Nach Ablauf der Bewährungszeit und nach Anhörung der Lehrerkonferenz und der Schulkonferenz wird die Schulleiterin oder der Schulleiter von der Schulbehörde bestellt, wenn sie oder er sich bewährt hat.

Ausnahmen: Besetzung ohne Findungsausschuss gemäß § 96a Schulgesetz

Die Schulbehörde setzt unmittelbar und endgültig einen Schulleiter ein, wenn die Stelle mit einer Lehrkraft besetzt wird, die sich in entsprechender Stellung in der zuständigen Behörde, in der Lehreraus- und -fortbildung, an einer Schule oder im Auslands­schuldienst bewährt hat. Dasselbe gilt, wenn der Findungsausschuss eine solche Bewerberin oder einen solche Bewerber vorschlägt.

Die Lehrerkonferenz und der Elternrat erhalten vor der Entscheidung über die Besetzung Gelegenheit zur Stellungnahme.